Der Hase (nach Dürer)

Beeindruckende Kunst, mit der Ästhetik des Häßlichen kokettierend und dabei monströs übertreibend. Eine gelungene Verfremdung, die nicht nur kindliche Gemüter frösteln lässt. Dieser erschreckenden, knochenbrechende Hasenmutter ist es in ihrem Eiergelege einfach zu langweilig, die eigenen Jungen zu verspeisen. Es laufen ja genug Touristen herum. Und wer die Kleinen so hervorquellen sieht, ahnt was hier auf Nürnberg zukommt. Wie ein Virus breitet sich diese Hasenidee, weitet sich zu kunststoffgrünen Hasenteppichen, Rasen genannt. Der originale Hase aber flüchtete längst nach Wien. Die Verfremdung des Themas ist vollständig gelungen. Aber keine Hommage, vielmehr ein Angriff auf einen Künstler, der zugleich ausgezeichneter Handwerker war. Ein kleiner Hase auf dem Nebensockel erinnert daran, mit welcher Einfallslosigkeit Dürer seinen Hasen gesehen hat: einfach so wie jeder normale Mensch, nicht wie ein moderner Künstler.

Doch der Frankenhase ist kein Angsthase! Kraftvoll besitzergreifend ruht die rechte Pranke auf einen menschlichen Fuß mit manikürten Nägeln. Ohne Zweifel handelt es sich bei diesem Künstler und Kunstwerk um ein ausgewachsenes Exemplar mit feinem fränkischen Humor.

Auszug aus Nürnberg aha

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Der Hase
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